Bauwahnsinn in Linz

Jetzt ist der Minigolfplatz dran

Vor kurzem haben wir über das Stadion Pichling berichtet. Hier sieht es nun so aus, dass selbst die Linz AG nicht mehr so recht zu überzeugen ist, dass der Standort alternativlos und ohne exorbitante Kosten zu erschließen ist. Auch die Abteilung Raumordnung des Landes ist nach dem heftigen Widerstand der von uns unterstützten Bürgerinitiative „Rettet den Pichlinger See“ mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass aus „agrarfachlicher Sicht keine Zustimmung erteilt werden kann“.

Man darf sich nun also getrost sagen: Das haben wir doch gleich gedacht! Dennoch wird weiter um Unterschriften geworben um die Volksabstimmung zu sichern. Auf der Webseite www.rettet-den-pichlinger-see.at kann man die Unterschriftenlisten herunterladen und ausfüllen. Unterschriften werden sehr oft auch am Samstag am Südbahnhofmarkt gesammelt.

Luxuswohnungen im Linzer Grünzug

Damit aber nicht genug, wartet die Stadtplanung in Linz nun mit weiteren Ideen auf. Die Verbauung des letzten Minigolfplatzes in Linz, auf dem Freinberg, mit Wohnungen ist gerade wieder Thema. Wieder einmal Luxuswohnungen und wieder einmal im Linzer Grünzug.

Eine neue Idee kam nun dem Eigentümer der Plus City in Pasching und der Lentia City in Urfahr. Er hat vor einigen Jahren den Schillerpark-Komplex mit Hotel und Casino von der Verkehrsbüro Group gekauft. Damals hieß es, das Hotel soll noch 15 Jahre bestehen bleiben, der Rest der 15.000 m² wird an den Bieter „mit dem attraktivsten Standortkonzept verkauft“. Was finden nun Verkehrsbüro Group und Ernst Kirchmayer als besonders attraktiv?

Fairplanning befürchtet 100 Meter Turm

Wie die Architekteninitiative „Fairplanning“ befürchtet, sieht die Planung wohl so aus, dass ein Turm mit mindestens 100 Metern Höhe geplant ist, dazu kommt dann noch eine Parkgarage mit gut 1.000 Stellplätzen. Die Architekten und Stadtplaner haben errechnet, dass alleine dadurch schon rund 10.000 Autobewegungen (An- und Abfahrt) täglich durch die engen Gassen beim Krankenhaus, die verkehrsberuhigte Begegnungszone der Landstraße und die Straßen der Umgebung geleitet werden müssten.

Bereits 2017 gab es Probebohrungen im Schillerpark, unter dem diese vermutlich mindestens 3-geschoßige Garage entstehen musste. Vbgm. Baier unterstützt diese Idee, Bgm. Luger macht das, was er scheinbar sehr gerne macht: sich zurücklehnen und zusehen.

Verkehrschaos vergrößern statt verkleinern

Nun steht aber schon das nächste städtebauliche Projekt auf dem Plan, bei dem man sich nur noch auf den Kopf greifen mag. Die Raiffeisenbank braucht für ihre Zentrale mehr Platz. Das ist legitim und verständlich. Sie kündigt dafür den Vertrag mit dem benachbarten XXXLutz, auch das ist ok. Dass das Möbelhaus jetzt neben der Donau, an der Donaulände gebaut werden soll, ist allerdings schon wieder weniger verständlich. Dort, wo ohnehin schon das tägliche Stauchaos herrscht, noch einen Staubringer hinzubauen zeugt nicht von planerischer Weitsicht. Auch hier rechnet man mit 10.000 Kunden am Tag. Das Verkehrskonzept, das diese Menge an zusätzlichen Fahrten aufnimmt, wird spannend zu entwickeln sein. Die Donaulände ist jetzt schon täglich ein Staupunkt.

Direkt in der Nachbarschaft des geplanten Standortes findet man Eishalle, Intertrading-Bürokomplex, ETECH-Center, Parkbad, Tabakfabrik (wo auch gerade ein Hochhaus mit 100m geplant wird), Ärztezentrum, Donauparkstadion und nicht zuletzt auch die Autobahnabfahrt.

JETZT fordert Planungsstopp

JETZT Oberösterreich fordert einen Planungsstopp und Neubeginn an der dortigen Fläche. Es muss für das Möbelhaus noch andere, bessere Lagen geben, wo nicht das gesamte Verkehrskonzept auf den Kopf gestellt werden muss. Die Stadtplanung in Linz und Umgebung muss sich wieder auf die Bedürfnisse der Menschen in der Stadt konzentrieren und nicht Anlegerwohnungen in Wohntürmen bauen, die dann zur Hälfte leer bleiben und nichts gegen den Wohnungsmangel beitragen wie z.B. im Luxtower.

„Linz ist derzeit ein politisches Stückwerk, wo oft nicht nachvollziehbar ist, welche Rolle die Politik dabei spielt oder spielen will. In der Stadtplanung – oder dem Fehlen einer solchen – merkt man das aktuell sehr deutlich.“, so Andreas Stadler. „Die Projekte müssen wieder bürgernäher und transparenter werden. Niemand will einen Wildwuchs von Hochhäusern in Linz, der auf Jahrzehnte das Stadtbild prägt und Projekte, deren Verkehrsrelevanz schon heute absehbar zu groß ist.“

Weiterführende Links:

https://www.facebook.com/pichlingersee/photos/a.640978902947416/836329883412316/?type=3&theater

https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/architekten-machen-gegen-bauplaene-beim-schillerpark-mobil;art66,3134522?fbclid=IwAR2M5_yUxce5dFF4cuUMDkAQhuvyWyrtBtmO4296mU0l7-ZLcCtWe2_rZHk

https://www.nachrichten.at/wirtschaft/so-wird-die-neue-zentrale-der-raiffeisenlandesbank-oberoesterreich-aussehen;art15,3137629?utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR3quKkx6MDpI_P0xPj2XYwYjanT00KaZc8vxxsJvFIlrZLbO-_LymH2Tr0#Echobox=1560241784