Interview mit Kandidatin und Aktivistin Gabi Faller

Warum kandidierst du für JETZT – Liste Pilz? (Die Biografie finden Sie hier >>>)

Gabi Faller: 

Mir geht es um Gerechtigkeit, Demokratie, Umweltschutz und Tierschutz. Diese Themen hängen zusammen.

Die Umwelt gehört uns allen, doch man sieht immer wieder, dass es sich Menschen und Institutionen mit Geld richten können. Das ist ungerecht und undemokratisch. Jeder Mensch soll ein Anrecht auf eine intakte Umwelt haben. Auch die Kinder von heute und deren Nachkommen sollen noch gut leben können. Daher darf man die Umwelt nicht für Profit opfern.

Bei der Umwelt und beim Tierschutz sieht man, wie Populismus funktioniert: jede Partei behauptet von sich, dass es ihnen ein Herzensanliegen wäre. Dann wird viel geredet und es werden neue, schärfere Gesetze gefordert. Damit wird eigentlich nur Zeit geschunden. Wichtig ist, dass die bestehenden Gesetze endlich eingehalten werden und für alle gleichermaßen gelten.

Alle behaupten, für Tierschutz zu sein und wenn Daniela Holzinger-Vogtenhuber von JETZT – Liste Pilz Tierschutzanträge einbringt, windet sich insbesondere die FPÖ und stimmt letztlich gegen den Tierschutz. Die FPÖ täuscht ihre Wählerinnen und Wähler. Insbesondere über den Tierschutz.

Ich bin seit über 20 Jahren in Bürgerinitiativen engagiert. Als einfacher Bürger, BI und NGO hat man zwar Rechte, aber man wird größtenteils richtig „papierlt“.  Es gibt z.B. die wunderbaren Umweltinformationsgesetze im Bund und in den Bundesländern. Die auskunftspflichtigen Stellen sollten auf einen formlosen, auch mündlichen Antrag, jede Umweltinformation so schnell als möglich erteilen. Wenn man selbst schon Anfragen gestellt hat und beobachtet, was mit den Anfragen von Freunden und Bekannten passiert, dann sieht das nach reiner Hinhaltetaktik der Behörden aus. Die Behörden kämpfen teils bis zum Verwaltungsgerichtshof GEGEN Transparenz. Das ist undemokratisch.

Als Beispiel für eine umweltschädliche Umweltförderung möchte ich das Murkraftwerk Graz und den Zentralen Speicherkanal anführen. Das Kraftwerk hat schlimme Auswirkungen auf die Umwelt. Mehr als 16.000 Bäume entlang der Mur wurden gerodet. Die vorgeschriebenen Ersatzaufforstungen sind bis zu 20 km von der Feinstaubhauptstadt Graz entfernt. Das Kraftwerk ist wegen dem geringen Ertrag an sich völlig unwirtschaftlich. Doch politische Interessen haben dazu geführt, dass das Kraftwerk dermaßen hoch gefördert wird, dass es nun doch gebaut wurde. Die Förderungen sind unser Steuergeld! Mit einer Ökostromförderung von 6 Mio Euro war es nicht getan. Die Stadt Graz hat als Geschenk noch 7 Mio Euro von den Grazer Kanalgebühren draufgelegt. Und auch das ist noch nicht alles: Wegen dem Stau fürs Kraftwerk steigt der Wasserspiegel. So genannte Entlastungen aus dem Grazer Kanalnetz in die Mur mussten geschlossen werden. Das sind Überläufe aus dem Kanal, die nur bei Starkregen gebraucht werden und dann hauptsächlich Regenwasser in die Mur fließen lassen. Ohne Kraftwerk hätte man da weder jetzt noch in naher Zukunft irgendetwas ändern müssen. Die Gewässergüte der Mur war „gut“. Durch den Kraftwerksstau wird die Gewässergüte aber leider auf mäßig herabgestuft. Nun musste man aber für das Kraftwerk diesen Zentralen Speicherkanal bauen und wer zahlt den? Schon wieder die Steuerzahler und zwar zu 100%. Das macht weitere 84 Mio Euro aus. Die Errichter und Betreiber leisten nun jährlich auf lediglich 20 Jahre begrenzt einen Bruchteil der jährlich anfallenden Kosten.

Solche Themen würde ich gerne in den Medien finden. Doch weder TV noch Printmedien berichten hier umfassend. Man braucht sich nur die Werbeeinnahmen der Medien in der Transparenzdatenbank ansehen. Dann versteht man so manchen Artikel und so manchen Sendebeitrag besser. Es ist dieses „manufacturing consent“, das Noam Chomsky meint. Eine freiwillige Selbstzensur und die Anpassung an „genehme“ Beiträge. So etwas darf es nicht geben. Österreich hat unter Schwarz/Blau bei der Pressefreiheit und bei der Demokratie messbar gelitten. Ich liebe Österreich. Deshalb möchte ich, dass diese negative Entwicklung gestoppt und wieder ins Positive gekehrt wird. Mit Schwarz + irgendeinem Beiwagerl wird das nichts. Darum engagiere ich mich.

Ich bin für den sukzessiven Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung. Die ist schlecht für die Umwelt, das Klima, die Gesundheit der Menschen und die Tiere. Es kann auch nicht im Sinne der Landwirte sein, wenn sie für ihre Arbeit kein Geld mehr bekommen, sondern nur mehr mit Förderungen überleben können. Wir müssen weg vom Zuviel an Fleisch und hin zu gesundem, österreichischem Gemüse und Obst. Dafür sollen die Landwirte auch angemessen, dh viel besser als heute, entlohnt werden.

Was ist Dir wichtig, wenn Du nicht politisch aktiv bist?

Gabi Faller: 

Recherche ist mir auch in meiner Freizeit außerhalb des politischen Engagements wichtig. Gemeinsam mit interessierten Menschen aus meinem Umfeld beteilige ich mich an einem online-Medienprojekt. Wir sind politisch, aber parteipolitisch unabhängig. Bei den berichten achte ich penibel darauf, dass keine Partei bevorzugt wird. Lob, wem Lob gebührt und Kritik, wem Kritik gebührt.

In meiner Freizeit tauche ich gern und bin gern auf Inline-Skates unterwegs.

Programm-JETZT-2019

12 PLÄNE FÜR 5 JAHRE
GERADE JETZT

Spendenformular