Cox/Rossmann: Anrechnung der Karenzzeiten ist nur einer von vielen notwendigen Schritten

Bruno Rossmann, Budgetsprecher und Klubobmann der Liste Pilz, begrüßt den von August Wöginger im Morgenjournal präsentierten Vorstoß zur Anrechnung von Karenzzeiten: „Es ist einer von vielen notwendigen Schritten, um die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern zu schließen.“ Zugleich sieht Rossmann auch Anlass zur Kritik: „Es ist eben nur einer von vielen notwendigen Schritten. Und selbst dieser wird bloß in Form einer Forderung an die Kollektivvertragspartner zugespielt. Wenn es um Zugeständnisse an Arbeitgeber geht, Stichwort Arbeitszeitgesetz, hatte die Regierung kein Problem damit, den Sozialpartnern mit einseitig definierten Gesetzen zuvorzukommen.“

Liste Pilz fordert Ausbau der Kinderbetreuung und Einkommenstransparenz

 

Als markantestes Beispiel für weitere dringend notwendige Schritte, nennen sowohl Bruno Rossmann als auch Stephanie Cox, Gleichbehandlungssprecherin der Liste Pilz, den von der Regierung vernachlässigten Ausbau der Kinderbetreuung und Ganztagsschulen: „Es geht nicht nur darum, den noch immer die Hauptlast der unbezahlten Familienarbeit leistenden Frauen zukünftige Einkommensansprüche zu sichern. So wichtig und grundlegend dies für die soziale Sicherheit ist, geht es auch darum, ihnen ausreichend Teilhabe am Arbeits- und Erwerbsleben sowie an der beruflichen Entwicklung und Entfaltung zu ermöglichen.“

Außerdem geben Cox und Rossmann zu bedenken, dass Einkommensunterschiede auch Frauen ohne Betreuungspflichten treffen, was Maßnahmen nötig macht, die sich nicht ausschließlich an Familien orientieren. Deshalb ist volle Lohntransparenz, wie sie beispielsweise das Frauenvolksbegehren 2.0 fordert, ein notwendiger weiterer Schritt um Verbesserungen für alle berufstätigen Frauen in Österreich zu bewirken. Denn, so Cox: „Bei Empowerment geht es um mehr als nur Entschädigung.“